
Zweifelsohne hat Andreas Rauhut in seiner Anwesenheit unser aller Leben bereichert. Umso schmerzhafter und unbegreiflicher ist seine plötzliche Abwesenheit, als auch die Leerstelle, die er nun hinterlässt. Sein viel zu früher Tod trifft uns tief und erfüllt uns mit unbeschreiblicher Trauer. Besonders in diesen schweren Tagen sind unsere Gedanken bei seiner Familie und allen Angehörigen, die er liebend zurücklässt. Kein Wort scheint geeignet, wirklichen Trost zu spenden.
Wir haben mit Andreas Rauhut einen langjährigen Wegbegleiter verloren, der die Werte und Ziele des Kinder- und Jugendrings in besonderer Weise verkörperte. Spätestens mit Beginn seiner Tätigkeit beim Flexiblen Jugendmanagement 2011 war er unbeirrt und unermüdlich im Einsatz für Jugendbeteiligung im Landkreis Leipzig. Er wurde damit zu einem verlässlichen Begleiter für die hierlebenden jungen Menschen. Andreas hat keine Herausforderungen gescheut. Vielmehr hat er sie mit einem Lächeln angenommen und zu seinem Antreiber gemacht. Er fürchtete mehr den Stillstand als Veränderungen. Das bewog ihn 2017 dazu, seine Tätigkeit beim Flexiblen Jugendmanagementschweren Herzens abzugeben und sich beherzt und motiviert den neuen, herausfordernden Aufgaben als Leiter der Geschäftsstelle des Kinder- und Jugendrings zu stellen.
Seither hat er den Kinder- und Jugendring tief geprägt und aufblühen lassen. Er schuf ein stabiles Fundament, auf dem aufgebaut werden kann. Gleichzeitig gelang es ihm, den Jugendring mit seiner klaren und konsequenten Haltung in der Kinder- und Jugendarbeit sichtbar und unverzichtbar zumachen. Sein unermüdliches Engagement ging stets weit über das Erwartbare hinaus. Es war getragen von echter Überzeugung und von einem Einsatz mit ganzem Herzen. War Andreas von einer Idee oder einem Projekt überzeugt, hielt er beherzt daran fest. Auf diesem Weg trug er entscheidend dazu bei, dass der Jugendring, die Alte Rollschuhbahn und unzählige weitere Projekte im Landkreis Leipzig überhaupt erst entstehen konnten.
Andreas Rauhut war als Mensch vieles in einer Person. Er war Kollege, Partner und Freund. Er war Mentor, Zuhörer und Perspektiveneröffner. Ein leidenschaftlicher Netzwerker, der die Kunst beherrschte, Menschen zusammenzubringen, Räume zu öffnen und Synergien zu schaffen. Er war ein Initialzünder. Ein scharfsinniger Beobachter. Einer, der Fragen stellte und hinterfragte. Ein Kritiker. Und zugleich ein entschiedener Verteidiger der Jugendarbeit. Andreas war jemand, der nicht nur Projekte initiierte, sondern vor allem Menschen dazu inspirierte, das Richtige zu tun.
Das kollegiale Miteinander war geprägt von gegenseitiger Wertschätzung und einemunerschütterlichen Grundvertrauen. Auf dieser Basis war es möglich, offen Befindlichkeiten und Meinungen auszutauschen, konstruktiv zu diskutieren, zu streiten und sich wieder zu versöhnen. Gerade diese Momente haben uns einander nähergebracht und uns gemeinsam wachsen lassen.
Sein Wirken beschränkte sich keineswegs nur auf den Kinder- und Jugendring. Viele Stühle und Räume, von denen aus er sich nicht nur für dessen Ziele, sondern auch für eine offenere und gerechtere Gesellschaft eingesetzt hat, bleiben nun leer. Die Lücken, die er hinterlässt, werden nicht nur im Kinder- und Jugendring, sondern im gesamten Landkreis Leipzig und darüber hinaus spürbar sein.
Viel zu früh, bevor jedes Wort gesagt und jede Position ausgetragen werden konnte, ist Andreas Rauhut von uns gegangen. Sein Einsatz, seine prinzipientreue Haltung und vor allem seine Menschlichkeit bleiben uns Vorbild und Verpflichtung zugleich. Wir verlieren mit ihm einen Menschen, dessen Wirken weit über sein Leben hinausreicht. Andreas Rauhut hat dem Kinder- und Jugendring eine Seele gegeben – und ein Teil seiner Seele wird für immer mit ihm verbunden bleiben. Schweren Herzens und in großer Demut nehmen wir sein Erbe an und sind gewillt, den Kinder- und Jugendring in seinem Sinne fortzuführen.
Andi, du fehlst schmerzlich!
Dein Vorstand und die Mitarbeiter*innen des Kinder und Jugendrings Landkreis Leipzig
